Gut Gemacht!
by and with Antonia Baehr, Jule Flierl, Claire Vivianne Sobottke, Hermann Heisig.
In a visual installation by Nadia Lauro
engl.
How are judgments formed, and how do norms shift in a changing society? Gut gemacht! (Well Done!) explores processes of evaluation in art and culture, focusing on works that defy conventional standards. The temporary collective, founded on friendships, engages with works by the Geniale Dilletanten (West Berlin) and Gabriele Stötzer (Erfurt, GDR), weaving them into a courtroom and game scenario alongside autobiographical experiences. With wit and sharpness, the quartet examines how judgments arise and how they evolve.
The evening unfolds within Nadia Lauro’s visual installation, an oversized billiard table that becomes the stage for a dense network of references—from ventriloquism to silent film. The four choreographers inhabit works that exist beyond notions of good and bad, experimenting with forms that establish their own rules. Kurt Schwitters’ Ursonate appears in a deliberately “poorly composed” version, Claire Vivianne Sobottke sings the song from Ulrike Ottinger’s film Bildnis einer Trinkerin, and the quartet presents Die Schuldstruktur by the band Die Tödliche Doris as a silent vocal performance to the record. In a series of scenes, the group appropriates the equivalence principle of Fluxus artist Robert Filliou, testing tutorials and acted scenes as “good,” “bad,” or “not done.”
Historical materials meet autobiographically grown discourses, making the present itself perceivable as a historical period. Gut gemacht! invites the audience to reflect on their own habits of perception and evaluation—and to observe themselves in the formation of their judgments.
de.
Wie entstehen Urteile, und wie verändern sich Normen im gesellschaftlichen Wandel? Gut gemacht! verhandelt Prozesse der Bewertung in Kunst und Kultur und richtet den Blick auf Arbeiten, die sich gängigen Maßstäben entziehen. Das auf Freundschaften basierende temporäre Kollektiv greift Arbeiten der „Genialen Dilletanten“ (West-Berlin) sowie von Gabriele Stötzer (Erfurt, DDR) auf und verwebt sie in einer Gerichts- und Spielsituation mit autobiografischen Erfahrungen. Mit Witz und Schärfe hinterfragt das Quartett, wie Urteile entstehen und sich verschieben.
Der Abend entfaltet sich in der visuellen Installation von Nadia Lauro, einem überdimensionalen Billardtisch, der zum Spielfeld für ein dichtes Geflecht aus Referenzen wird – von Bauchrederei bis Stummfilm. Die vier Choreograf*innen bewohnen Werke jenseits von gut und schlecht und erproben Formen, die ihre eigenen Regeln aufstellen. Kurt Schwitters’ Ursonate erscheint in einer bewusst „schlecht entsinnten“ Version, Claire Vivianne Sobottke singt das Lied aus Ulrike Ottingers Film Bildnis einer Trinkerin; zudem inszeniert das Quartett Die Schuldstruktur der Band Die Tödliche Doris als stumme Gesangsperformance zur Schallplatte. In einer Serie von Szenen eignet sich die Gruppe das Äquivalenzprinzip des Fluxus-Künstlers Robert Filliou an und testet Tutorials sowie Schauspielszenen als „gut“, „schlecht“ oder „nicht gemacht“.
Historische Materialien treffen auf autobiografisch gewachsene Diskurse und machen die Gegenwart als historische Periode erfahrbar. Gut gemacht! lädt das Publikum dazu ein, eigene Wahrnehmungs- und Bewertungsgewohnheiten zu hinterfragen – und sich beim Entstehen der eigenen Urteile zu beobachten.
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